Körnerleguminosen

(Sommererbsen und Wintererbsen)

Projektverantwortliche: Agata Leska, Cora Schibli, Peter Kunz

Abstract

Obwohl man den Körnerleguminosen in der Theorie grosses Interesse schenkt, bleiben die Pflanzen in der Praxis den Feldern fern. Die Körnerleguminosen haben einen hohen pflanzenbaulichen Wert für eine gute Fruchtfolge. Sie können Stickstoff fixieren und die Folgefrüchte reagieren meistens mit einem deutlichen Mehrertrag auf die Leguminosenvorfrucht. In unserem Zuchtprogramm wird vielseitig geforscht. Einerseits verschaffen wir uns einen Überblick über die genetischer Ressourcen aufgrund von Sortensichtungen und überprüfen die Anbauoptimierung der verfügbaren Genotypen mit verschiedenen Mischpartnern (Triticale, Hafer, Gerste, Leindotter), anderseits befassen wir uns mit Qualitätszüchtung (Rohprotein, Aminosäureprofil, antinutrive Substanzen) und Resistenzzüchtung gegen unterschiedliche Schaderreger (z.B. Fusskrankheiten, Brennfleckenkrankheiten, Viren).Das Projekt soll die Problemstelluneng herausarbeiten sowie Möglichkeiten für die Züchtung und Aufgabestellungen für die Forschung aufzeigen. Projektschwerpunkte sind:

  • Sichtung von Sorten und Zuchtmaterial, Formulieren der Zuchtziele, Erstellung eines Zuchtkonzeptes und eines Fragenkatalogs für die züchtungsbegleitende Forschung
  • Aufbau eines effizienten Zuchtprogramms

Ergebnisse aus dem Jahr 2014

Sommererbsen

In diesem Jahr hatten wir unsere Zuchtgärten an zwei Standorten. Wir konnten 15 neue Kreuzungen anlegen. Daraus wurden 805 Samen geerntet und im Gewächshaus wieder ausgesät. Die Ernte wird Ende Jahr erfolgen womit bereits die FZ-Generation im Frühjahr 2015 zur Aussaat kommt. In den Kreuzungspopulationen wurde eine Einzelpflanzen-Selektion durchgeführt, wenn auch unter sehr schwierigen Wetterbedingungen. 27 Stämme wurden mit einer Standardsorte verglichen. Die fünf besten werden 2015 weiter geprüft und vermehrt. Aufgrund des sehr milden Winters waren die Schädlinge an vielen Orten sehr aktiv. In Feldbach wurden vor allem zahlreiche Kolonien der Erbsenlaus festgestellt. Die weissblühenden Erbsen wurden in sehr viel höherer Zahl als die farbigblühenden befallen. Dank dem Versuch mit vier verschiedenen Mischpartnern konnten wir feststellen, dass die Mischung von Erbsen mit Leindotter den gesündesten Bestand entwickelt hatte.

Wintererbsen

In Zusammenarbeit mit der Getreidezüchtungsforschung Darzau werden wir wieder Wintererbsen prüfen. Langjährige Versuche in Deutschland zeigen, dass die Winterformen in der Regel über ein höheres Ertragspotenzial verfügen. Bei der Prüfung in Feldversuchen ist neben der Ertragsfähigkeit auch die Winterfestigkeit wichtig. Zudem sind, wie bei der Sommerform, die Standfestigkeit, die Toleranz gegenüber Schädlingen und die Resistenz gegen Pilzkrankheiten als ertragssichernde Eigenschaften von Interesse.

Gemengeversuch (Cora Schibli)

Parallel zur Sommererbsenzüchtung wurde ein Mischversuch mit den berankten Sorten Acord und Trachalska angelegt. Sommertriticale aus der eigenen Züchtung, Sommerweizen, Hafer und Leindotter wurden als Stützfrüchte und sieben weitere Kulturen als Mischungspartner verwendet. Auffällig war, dass der Läusebefall bei den Erbsen mit Leindotter, im Vergleich zu Erbsen mit Getreide, deutlich tiefer war. Federkohl, Spitzwegerich und die Kleegrasmischung haben sich unter den gegebenen Bedingungen sehr gut entwickelt und die Unkrautregulierung hat gut funktioniert. Der Einfluss der Mischungspartner sowie anbautechnische Fragen zur Saattechnik und zum Saatzeitpunkt müssen weiter verfolgt werden.

Arbeitsschritte und Ziele für 2015

Die Sichtungsversuche werden mit weiteren Sorten fortgesetzt, um geeignete Kreuzungspartner für die Züchtung zu finden. Die Anzahl Kreuzungen wird weiter zunehmen und die Stamm-Selektion wird intensiviert. Im Frühjahr 2015 werden 25 neue, eigene Linien ausgesät und geprüft. Die Schwerpunkte der Selektion sind weiterhin hoher Proteingehalt, gute Standfestigkeit und hohe Krankheitsresistenz. Da der Schädlingsbefall ein grosses Problem im biologischen Landbau verursachen kann, werden wir uns intensiver mit der Schädlingsbekämpfung befassen müssen. Auch die anbautechnischen Fragen müssen weiterverfolgt werden. Fragen wie Saattechnik und Saatzeitpunkt für die verschiedenen Stützfrüchten stehen im Vordergrund. Die Optimierung der Stickstoffbindung mit Hilfe von geeigneten Mischungspartnern, die Selektion auf geringe Anfälligkeit gegenüber bodenbürtigen Pathogenen und die Erfassung der bodenaufbauenden Wirkung sind ebenfalls Fragestellungen, die methodisch so weit ausgearbeitet werden müssen, dass aussagekräftige Resultate erzielt und eine effiziente Selektion im Zuchtgarten erfolgen kann.