Aufbau einer mitteleuropäischen Standard-Basispopulation

Projektverantwortliche: Peter Kunz, Stefanie Rost

Abstract

Die heutigen Maissorten sind ausschliesslich Hybriden, was im Biolandbau kontrovers diskutiert wird. Gegen den Einsatz von Hybridsorten spricht, die Landwirte das Saatgut also jedes Jahr neu kaufen müssen. Es ist dringend notwendig, nachbaufähige Sorten zu entwickeln. Einerseits soll der Zugang zu hochwertigem gentechnisch unverändertem Zuchtmaterial für die Zukunft sichergestellt werden, andererseits kann damit die grosse Abhängigkeit von den grossen Saatgutfirmen verringert werden. Schwerpunkte sind:

  • Aufbau einer mitteleuropäischen Basispopulation für Silo- und Körnermais
  • Aufbau einer High Quality-Basispopulation (Protein und essentielle Aminosäuren)
  • Methodenentwicklung und Grundlagenforschung für die Populationssortenzüchtung

Ergebnisse aus dem Jahr 2014

Die in den vergangenen Jahren entwickelten Populationen (OPM12 und OPM10) wurden in diesem Jahr getrennt voneinander durch gezielte Kreuzungen am Standort Feldbach vermehrt. Beide Populationssorten standen in mehreren Leistungsversuchen in der Schweiz, in Österreich und Deutschland. Dabei zeigte sich, dass sich durch gute Auswahl der Ausgangssorten und strenge Selektion eine leistungsstarke Populationssorte erstellen lässt. Die Erträge sind im Vergleich zu den Hybridsorten erwartungsgemäss etwas niedriger, aber dennoch für die Praxis interessant sowie selbstverständlich nachbaufähig. Nach wie vor ist unklar, wie Populationsmaissorten in der EU eine reguläre Zulassung bekommen können. Jedoch startet am 1. Januar 2015 ein fünfjähriges EU-Projekt, mit dem Ziel die Prüf- und Zulassungsverfahren für Populationssorten anzupassen und von Hybridsorten zu trennen, an dem sich die GZPK mit dem OPM beteiligt. In der Schweiz können die Populationssorten als Nischensorten in Verkehr gebracht werden.

Arbeitsschritte und Ziele für 2015

  • Saatgutproduktion der Populationssorte OPM12 in Rheinau
  • Prüfung und Weiterführung der Populationen in Feldbach: Vor allem in Hinsicht auf Leistungsfähigkeit, Krankheiten, Standfestigkeit und Jugendentwicklung
  • Unter den besten Linien werden gezielte Kreuzungen durchgeführt, um die Nachkommenschaften 2016 einer Vollgeschwisterprüfung zu unterziehen
  • Da Florian Burkard aus persönlichen Gründen per Ende 2014 aus der GZPK ausscheiden wird, werden wir die konzeptuelle Führung der Maiszüchtung im Jahr 2015 durch eine gemeinsame Projektgruppe von GZPK und Sativa Rheinau leisten.