Methodenentwicklung für die Populationssortenzüchtung

Projektverantwortliche: Peter Kunz, Stefanie Rost

Abstract

Die Vermeidung von Inzucht, die Wege und Methoden des Populationsaufbaus sowie die Selektionsverfahren sind entscheidend für den Erfolg jeder Populationszüchtung. Sowohl die akademische, wie auch die kommerziell-private Züchtungsforschung hat sich in den letzten 50 Jahren ausschließlich auf die Hybridzuchtmethodik und -technik konzentriert. Beiträge zur Verbesserung der Populationszüchtunggibt es kaum. Seit 2012 prüfen wir in Zusammenarbeit mit der Uni Hohenheim Möglichkeiten der Rekurrenten Haploiden Selektion (RHS). Das Ausscheiden von negativen, d.h. anpassungs- und damit leistungsbegrenzenden Eigenschaften ist eine zentrale Aufgabe bei der Fremdbefruchterzüchtung. Mit dem Durchgang durch eine haploide Phase wird dies rasch und mit geringem Aufwand erreicht. Das wird in unserem Fall mit OPM10 versucht.

Ergebnisse aus dem Jahr 2014

Das 2012 begonnene Projekt läuft getrennt von der übrigen Züchtung. Durch den einfachen Chromosomensatz sind haploide Pflanzen meistens in der Fahne steril und bilden keinen Pollen. Dieses Jahr konnten wir jedoch eine spontane Zunahme von pollenschüttenden Pflanzen beobachten.

Arbeitsschritte und Ziele für 2015

In einem weiteren Selektionszyklus soll die Zunahme pollenschüttender Pflanzen überprüft und nochmals selektiert werden. Zusätzlich ist eine Bachelorarbeit über diese spontane Refertilisierung von haploiden Maispflanzen angedacht. Sollte sich die Methode bewähren, könnte auf das üblicherweise in der konventionellen Züchtung zur Aufregulierung des Chromosomensatzes verwendete Herbstzeitlosengift Colchizin vollständig verzichtet werden. Eine parallel geführte Leistungsprüfung soll die Effizienz der Methode belegen.