Zukunft säen! - Semer l'avenir! - Sowing the future!

Projektverantwortliche: Peter Kunz, Ueli Hurter, Michel Bossart

 

Ausgangslage und Zielsetzungen

500 Menschen säen ein Getreidefeld, legen gemeinsam Keime für die Zukunft. Jung und Alt findet den Mut, Verbindung zu schaffen zwischen Himmel und Erde, denn wir werden essen, was wir säen.Diese einfache Idee steht am Anfang. Sie realisiert sich auf drei Ebenen:

  • Bei den aktiven TeilnehmerInnen: Jeder Teilnehmer sät. Alle übernehmen Verantwortung für ihre Saat. JedeR taucht ein in das Erlebnis: Da ist der Boden und das Saatgut - ich säe - die Saat ist im Boden. Jeder findet den Mut etwas Wichtiges selber zu tun. Der Akt des Säens ist archetypisch. Er hat hohen Symbolgehalt und ist gleichzeitig real. Das Säen als Erlebnis geht unter die Haut. Das Eintauchen in die Atmosphäre dieses urbildli- chen Aktes schliesst die Seele auf, das Säen verbindet mit der Erde. Es kommt zu einer echten Begegnung von Mensch und Erde. Die Saat wächst. Jeder Teilnehmer kann das Wachstum der Kultur über Monate beobachten. Das Korn wird geerntet, als Brot kann es gegessen werden. Jeder Teilnehmer isst, was er gesät hat.
  • Auf einem individuellen Hof: Für den Hof ist die Zukunftssaat ein Hoffest. Das soziale Umfeld des Hofes wird aktiviert. Alle machen gemeinsam etwas. Der Produzent durchbricht seine Isolation. Für einen kleinen Acker verzichtet er bewusst auf sein Spezialistentum. Er bestellt ihn gemeinsam mit den Konsumenten. Der teilnehmende Konsument tritt aus der Anonymität hervor. Für einmal verzichtet er auf seine Wahlfreiheit, er verbindet sich ganz real für ein Jahr mit einem Hof in seiner Region. Das Saatgut verbindet beide. Es kommt aus bio-dynamischer Züchtung. Es ist Kulturgut im besten Sinne.
  • Für die Gesellschaft: Das Zukunft Säen! wird bewusst in den aktuellen gesellschafts-politischen Dialog gestellt. Es ist eine Manifestation für die Nahrungsmittelsouveränität, gegen die Gentechnik. Ganz konkret geht es in der Schweiz darum, während des Moratoriums für Agro-Gentechnik das Terrain positiv zu besetzten. An jedem Saatfest soll eine Person des öffentlichen Lebens einen informativen und engagierten Diskurs zu der gesell- schaftlichen Dimension des Themas halten. Kernaussage: Stopp GMO! Wir säen etwas Besseres!
  • Das Saatfest kann kommuniziert werden. Die verschiedenen Medien können im Vorlauf oder im Nachgang mit interessantem Bild- und Textmaterial über das Ereignis berichten.

Ergebnisse aus dem Jahr 2013

2013 wurde auf rund 163 Feldern in 13 Ländern Zukunft gesät. Im Vergleich zum Vorjahr ist dies ein leichter Rück-gang. Die Initiative wurde zwar nicht in neue Länder getragen, dennoch fanden die Anlässe erstmals in 13 verschiedenen Staaten statt! Diese sind: Schweiz, Deutschland, Norwegen, Schweden, Finnland, Belgien, Südkorea, Polen, Italien, Österreich, Luxemburg, England und Holland. Zum ersten Mal wurde im flämischen Teil von Belgien gesät.

Arbeitsschritte und Ziele für 2014

Zukunft säen! wird auch im Jahr 2014 weitergehen. Soweit ersichtlich, werden wieder mehrere neue Länder - und Sprachen - dazukommen, zur Zeit laufen bereits erste Aufgleisarbeiten mit Höfen in China, Australien und Spanien.