"prebreeding" - Aufbau und Erhaltung von Biodiversität-Züchtungsforschung

Projektverantwortliche: Peter Kunz, Nicole Bischofberger

Abstract

Ökologische und nachhaltige Landwirtschaft ist stärker an standörtliche und klimatische Bedingungen gebunden als die konventionelle, die Standortunterschiede und –einflüsse mit externer Nährstoffzufuhr und Pestiziden nivelliert, bzw. korrigiert. Seit 30 Jahren wird in der GZPK an einer breiten Biodiversitäts-Basis für die Entwicklung von standort-angepassten, speziell für den Biolandbau geeigneten Sorten mit geringer Krankheitsanfälligkeit und sehr hoher Backqualität, gearbeitet. Als Prebreeding-Phase bezeichnen wir die Generationen ab Eltern-Evaluation/ Kreuzung bis ca. F7, also die ersten 7 bis 9 Jahre des Züchtungsprozesses. Aktuelle Schwerpunkte im Prebreeding sind:

  • Qualitätsweizen der Top-Klasse mit guten agronomischen Eigenschaften(Ertragsleistung, Ertragssicherheit) bei ökologischer Bewirtschaftung
  • Qualitätsweizen mit verbesserter Stickstoffeffizienz
  • Resistenzzüchtung auf Blatt- und Ährenkrankheiten sowie gegen Stinkbrand (T. caries)

Ergebnisse aus dem Jahr 2014

Normalerweise werden die Kreuzungspopulationen bis F4 als Bulk geführt, erst dann werden Einzelähren ausgelesen und als Horste angebaut. Es hat sich bewährt, einige Generationen zuzuwarten, weil die ausgelesenen Pflanzen stabiler sind. 2014 war jedoch der Gelbrostbefall so hoch, dass bereits ab F2 gelbrostresistente Pflanzen ausgelesen werden konnten. Deshalb ist der Zuchtgarten 2015 viel grösser. Aus den 472 im ersten Prüfjahr in Mikroparzellen angebauten Stämmen wurden 53 Kandidaten aufgrund ihren guten agronomischen und qualitativen Eigenschaften für die Weiterprüfung an drei Standorten (Rheinau, Brütten, Feldbach) ausgewählt und ausgesät. 14 neue Kandidaten sind in diesem Jahr in die dritte Stufe der internen Sortenprüfung vorgerückt (Standorte: Rheinau, Stäfa, Brütten und Feldbach).